Die fünf Todsünden im Content Marketing

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Es ist Dienstagnacht. Sie haben gerade einen top Blogartikel mit viel Herzblut geschrieben. Die Witze sind richtig gut. Es ist einfach eine rundum überzeugende Geschichte geworden. Sie drücken auf „Veröffentlichen“, schalten das Licht im Büro aus und gehen zufrieden nach Hause. Jetzt heißt es Daumen drücken! Auf dass Sie auch genug Zeit haben werden, um all die neuen Fans zu bedienen.

Mittwochmorgen. Die Aufzugtür öffnet sich und Sie stürmen mit erhobenen Händen heraus, bereit Ihre Kollegen, die sicherlich bereits Spalier stehen, mit High-Five abzuklatschen. Aber niemand erwartet Sie. Nur Stille.

Macht ein Baum, der im Wald umfällt, auch dann ein Geräusch, wenn ihn niemand hört? Schwierige Frage. Und wenn es um Content geht, fällt die Antwort auch nicht eindeutiger aus. Wenn Sie Content generiert haben, den niemand liest, dann haben Sie kein „Content Marketing“ betrieben.

Content Marketing ist effektiv, wenn Sie wissen was Sie tun

Unternehmen, die in Content Marketing investieren, steigern ihren Ertrag (ROI) um das Dreifache im Vergleich zur bezahlten Suche und um ein Vierfaches im Vergleich zu gezielter Werbung. Kein Wunder also, dass 88 % der Unternehmen auf Content Marketing setzen. Seth Godin ist sogar der Meinung, dass Content Marketing das einzige Marketing sei, das noch Bestand habe.

Im Jahr 2016 wurden durchschnittlich 28 % des gesamten Marketingbudgets für Content Marketing aufgebracht. Es ist eindeutig festzustellen, dass Unternehmen Content Marketing als wichtigen Erfolgsfaktor im Marketing erachten.

Aber es gibt noch viel zu tun. 62 % beurteilen ihre Aktivitäten in diesem Bereich als ineffektiv. Wenn Sie allerdings wissen, was zu tun ist, können Sie hier schnell Erfolge erzielen. Es gibt fünf tödliche Fehler, die Sie dabei begehen können, aber auch fünf Strategien, mit der Ihr Content Marketing in neue, beeindruckende Dimensionen vorstoßen kann.

Wenden wir uns jetzt den fünf Todsünden im Content Marketing zu, die garantiert in Enttäuschung enden.

Fünf Todsünden

1.    Sie posten mittelmäßigen, werbelastigen Content

Gute Inhalte informieren den Kunden. So sollten Ihre Texte nicht nur hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik einwandfrei sein, sondern für den Leser auch nützliche neue Erkenntnisse bereithalten. Der Leser sollte nach der Lektüre das Gefühl haben, etwas dazu gelernt zu haben.

Mit jedem aufschlussreichen Content, den Sie bereitstellen, zeigen Sie dem Kunden, dass Sie wissen, worüber Sie reden. Sie kennen und verstehen ihre Probleme und Bedürfnisse. Im Laufe der Zeit gewinnen Sie das Vertrauen der Leser und festigen Ihren Status als vertrauenswürdiger Experte.

Content Marketing ermöglicht es Ihnen, einen indirekteren Ansatz zur Vermarktung Ihrer Produkte und Lösungen zu verfolgen, statt unverblümt Werbung einzubringen. So geben Sie nur dezente Hinweise, dass Ihr Produkt geeignet ist, die Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen.

Die Verbraucher kommen dann selbst zu dem Schluss, dass sie Ihr Produkt kaufen sollten. Stellen Sie den Lesern genau die Informationen zur Verfügung, die sie benötigen, um zur Einsicht zu gelangen, dass Ihr Produkt genau das ist, was sie brauchen. Beweisen Sie Ihren Lesern nicht, wie witzig Sie sind – geben Sie Ihnen einen Grund, sich zu freuen. Genau das erreichen Sie mit gutem Content.

2. Ihre Zielsetzung und Zielgruppe ist nicht klar definiert

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, überlegen Sie sich genau, welche Wirkung Sie mit dem Text bei Ihrer Leserschaft erzielen möchten. Stellen Sie sich selbst die Frage, wann der Content als „erfolgreich“ erachtet werden kann.

Ihre Botschaften sollten allesamt auf ein Ziel gerichtet sein, wie beispielsweise Hindernisse für den Käufer aus dem Weg zu räumen, ihn bei der Suche nach Alternativen zu unterstützen oder ihn über die neuesten Entwicklungen in seinem Bereich zu informieren. [Link zu englischem Artikel ‘Six types of content that create better leads and shorten sales cycles’ („Sechs Arten von Content, die zu besseren Leads und kürzeren Verkaufszyklen führen)]

Wenn Sie die Zielsetzung jeder Botschaft festgelegt haben, stellen Sie sicher, dass diese sich auch sinnvoll ergänzen. Schnüren Sie Ihre einzelnen Fäden zu einem komplexen Geflecht zusammen. Und überprüfen Sie dabei, ob Sie auch wirklich sämtliche Bedürfnisse Ihrer potenziellen Kunden abgedeckt haben. Sollte Ihr Geflecht jedoch ein Loch aufweisen, wird niemand Ihrer Interessenten oder Kunden das Ziel erreichen, das Sie eigentlich für sie gesteckt hatten.

3. Ihr Content ist zu allgemein

Angesichts des wettbewerbsintensiven (Content-) Marktes ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie Ihre Nische finden. Jeden Tag werden 2 Millionen neue Blogbeiträge veröffentlicht. So gibt es wahrscheinlich über hundert Artikel, die sich mit ähnlichen Sachverhalten wie den Ihren befassen. Zudem finden Sie im Internet eine Flut an Informationen bzw. Fehlinformationen. Seien Sie also absolut spezifisch, um aus der Menge herauszustechen.

Gut zu wissen, dass es einen riesigen Markt für sehr spezifische Inhalte gibt. 70 % der Suchbegriffe (oder eine Kombination von Suchbegriffen) gehören zu den sogenannten Long-Tail-Keywords; also Begriffe, die in Nischen vorkommen. Je länger die aneinander gereihten Wörter bei der Sucheingabe, umso höher die Chance, nur wenige Wettbewerber anzutreffen.

Hinzu kommt, dass Interessenten, die nach „Partyartikeln“ suchen, wahrscheinlich eine geringere Kaufbereitschaft zeigen, als diejenigen, die nach „knallgelbes Hühnerkostüm, Größe XXXL“ suchen. Wenn Sie dann dem Kunden aufzeigen können, dass Sie in der Lage sind, seine spezifischen Wünsche zu erfüllen, werden Sie innerhalb kürzester Zeit nach dem Erstkontakt zum Kaufabschluss kommen.

Apropos Einzigartigkeit: Geben Sie Ihren Inhalten das gewisse Extra und entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. So können Sie sich vom Wettbewerb klar abheben. Verwenden Sie eine wiedererkennbare Sprache. Seien Sie persönlich. Posten Sie eine Geschichte, die nur Sie erzählen können.

4. Sie erwarten sofortige Ergebnisse

Content Marketing basiert nicht auf der Strategie des „schnellen Geldes“. Aber wenn Sie sorgfältig die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden Ihre Bemühungen langfristig enorme Früchte tragen. Mithilfe wirklich nützlicher Inhalte werden Leads über Jahre hinweg hereinströmen.

Wenn Sie guten Content bereitstellen, werden nicht nur Ihre potenziellen Kunden wahrnehmen, dass Sie hier interessante Informationen vorfinden. Auch andere Webseiten verlinken dann gerne auf Ihr neuestes Meisterwerk, was wiederum zu einem besseren Google-Ranking führt.

Sie müssen vielleicht etwas Geduld üben bis die Welt Ihr Talent erkennt. Und sicherlich wird Ihr erster Versuch nicht gleich ein Home Run. Aber sobald Sie im Internet Berühmtheit erlangen… seien Sie gewappnet – dann geht‘s erst richtig los. Wie wär’s? Ziehen Sie doch einfach mal das „knallgelbe Hühnerkostüm“ über. Warum? Einfach weil Sie es können.

5. Sie denken, es sei damit getan, einen Blogbeitrag mit 2.500 Wörtern hochzuladen

Einen Blogpost oder ein White Paper zu verfassen und hochzuladen, ist erst der Anfang. Und ein Monsterbeitrag mit 2.500 Wörter kann für viele doch etwas schwer „verdaulich“ sein. Teilen Sie alles in kleinere Portionen auf.

Posten Sie einzelne Zitate oder Aussagen auf Twitter und wichtige Passagen auf LinkedIn. Stellen Sie zudem sicher, dass Ihre Leserschaft den Weg wieder zu Ihnen zurückfindet. Was immer Sie innerhalb der sozialen Netzwerke kommunizieren, diese Aktivitäten sind immer nur ein Mittel, um das Interesse der Leser auf Ihre Webseite zu ziehen.

Wenn Sie Kurznachrichten erstellt haben, die sich für alle sozialen Kanäle eignen, so verteilen Sie diese ein Dutzend Mal. Und dann gleich ein Dutzend hinterher. Verwenden Sie 20 % Ihrer Zeit auf die Erstellung von Inhalten und 80 % mit der Verteilung. Niemand wird jemals Ihre gesamte Twitter-Timeline lesen. Doch je öfter Sie Nachrichten versenden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Nachricht ganz oben platziert wird.

Wenn sich nach einer Weile herausstellt, dass die Leute Ihren Content immer noch nicht interessant finden, optimieren Sie ihn. Sammeln Sie Daten, überlegen Sie sich, was falsch gelaufen ist, passen Sie den Content an und veröffentlichen Sie ihn wieder neu. Niemand wird bemerken, dass Sie den Artikel erneut gepostet haben. Und sollte es jemand bemerken, nehmen Sie es als Kompliment.

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