Content-Lokalisierung

Content-Lokalisierung ist King oder Wie man erfolgreich einen „Royale mit Käse“ verkauft

Content-Lokalisierung kann sich erheblich auf Ihre Gewinnspanne auswirken. Wir haben für Sie eine Liste der wichtigsten Aspekte zusammengestellt, die man bei der Lokalisierung von Content berücksichtigen sollte – einschließlich der Tools, die Sie benötigen, damit Ihre Message stets Ihre Zielgruppe erreicht – und zwar weltweit.

„Wissen Sie, wie man den amerikanischen Quarter Pounder mit Käse in Paris nennt?“

Ja – genau: es ist der Hamburger Royale (in Deutschland: Royal) mit Käse. Spätestens seit dem legendären Kinofilm Pulp Fiction hat sich dies herumgesprochen.

„In Paris gilt das metrische System und deshalb kann man hier mit einem „Viertelpfünder“ wenig anfangen.“

Doch bevor man sich als Amerikaner wundert, warum man in Paris nicht weiß, was ein Quarter Pounder ist… Wüssten Sie, wie man die Anmelde-Schaltfläche (Sign-up-Button) in Bangalore bezeichnet? Wahrscheinlich nicht…. Aber vielleicht wäre es gut, wenn man dies wüsste.

Denn wenn es um Lokalisierung geht, sind es insbesondere die kleinen, feinen Unterschiede, die es zu beachten gilt, wenn man seinen Umsatz steigern möchte. Offensichtlich hat McDonalds dies bereits im Jahr 1994 erkannt und erfolgreich umgesetzt. Dass sich dies für viele Unternehmen lohnen würde, zeigen aktuelle Statistiken.

  • 86% der lokalisierten Kampagnen konnten eine deutlich bessere Erfolgsbilanz vorweisen als englische Standardkampagnen.
  • Gezielt lokalisierter Content ist 6 mal wirksamer als globale Botschaften.
  • Und bei Unternehmen, die Informationen und Unterlagen für Ihre Geschäftspartner in die jeweilige Zielsprache übersetzen lassen, ist es 2,6 mal wahrscheinlicher, dass sie höhere Gewinnmargen erzielen.

Zugleich verzeichnet der grenzüberschreitende Handel jährliche Zuwachsraten von 28%. Das bedeutet, dass ein Großteil Ihres Contents von Lesern aus unterschiedlichen Kulturen konsumiert wird – mit anderen Wünschen, anderer Gesetzgebung und vielen unterschiedlichen Sprachen.

Wenn Sie Ihren Marketingcontent erstellen, müssen Sie sich dieser lokalen Unterschiede bewusst sein. So haben Sie für Ihr Land vielleicht eine konzeptionell geniale Botschaft entwickelt, doch wenn diese in den anderen Ländern nicht den Nerv der Zielgruppe trifft, werden die Ergebnisse Ihrer Marketingkampagne enttäuschend sein. Besser ein Freund in der Nähe, als ein Bruder in der Ferne – ein Sprichwort, dass auch beim Thema Marketingcontent-Lokalisierung zutreffend ist.

Wir haben für Sie eine Liste sämtlicher Variablen zusammenstellt, die für eine erfolgreiche Content-Lokalisierung ausschlaggebend sind – einschließlich der notwendigen Tools.

Zielmärkte rund um den Globus erreichen – aber wie?

Entgegen der landläufigen Meinung, geht es bei der Lokalisierung nicht nur darum, die Texte in die jeweilige Sprache zu übertragen. Es kommen noch viele weitere entscheidende Faktoren hinzu. Hier einige Tipps zur Contentlokalisierung mit konkreten Beispielen:

  • Konzentrieren Sie sich auf die für Ihren jeweiligen Markt relevanten Inhalte:  Beispiel: Content, der für einige Kulturen oder Situationen bedeutungslos ist, kann ausgelassen werden.
  • Passen Sie Ihre Graphiken und Diagramme an Ihre Zielmärkte an:  Beispiel: Markieren Sie ein anderes Land auf der Karte, um die Aufmerksamkeit auf diese Region zu ziehen.
  • Überarbeiten Sie Ihren Content, damit er den Wünschen und Konsumgewohnheiten der Zielgruppen in den jeweiligen Märkten entspricht.  Beispiel: Verwenden Sie immer das passende Bildmaterial – so eignet sich ein dunkler Fahrzeugraum für den europäischen Markt, für den asiatischen Raum hingegen wäre ein beiger Fahrzeugraum ansprechender.
  • Richten Sie Ihr Design und Layout an der Textlänge der Übersetzung aus:  Beispiel: Englische Texte können um bis zu 30% länger werden, wenn Sie in andere Sprachen, wie beispielsweise ins Deutsche, übersetzt werden.
  • Passen Sie Ihre Materialien an die Formate und Größen der lokalen (Druck-) Standards an.  Beispiel: Berücksichtigen Sie die Größenunterschiede zwischen dem europäischen A4-Format und dem amerikanischen Letter-Format.
  • Verwenden Sie lokale Währungs- und Maßeinheite:  Beispiel: So klingt ein „113,3981 Gramm Burger“ nicht besonders appetitanregend, wenn man damit in Ländern mit angelsächsischen Maßeinheiten werben wollte.
  • Achten Sie auf die korrekten lokalen Formate, wenn es um die Übertragung von Datumsangaben, Adressen und Telefonnummern geht: Beispiel: Ersetzen Sie den Dezimalpunkt (EU-Markt) durch ein Komma (US) bei Verwendung von Dezimalzahlen.
  • Beachten Sie lokale Vorschriften und gesetzliche Anforderungen:  Beispiel: Vergewissern Sie sich, welche Vorschriften und Verbote im jeweiligen Markt gelten. Was in der EU vorgeschrieben ist, kann beispielsweise in den USA verboten sein – oder umgekehrt.

Wenn Sie diese hier aufgelisteten lokalen Unterschiede im Auge behalten, werden Sie Ihre Materialien so gestalten können, dass sie den spezifischen Anforderungen Ihres Zielmarktes entsprechen – die Hauptzielsetzung, wenn es um erfolgreiche Contentlokalisierung geht.

Schaffung einer Infrastruktur für global relevanten Content

In der Tat sind es viele unterschiedliche Faktoren, die hier eine wichtige Rolle spielen. Und so haben Sie sicherlich bereits bemerkt, wie schnell das Ganze an Komplexität gewinnt. Um Content auf Basis eines kohärenten Konzepts lokalisieren zu können, benötigt man Systeme, die eine Reihe an spezifischen Funktionen bieten. Welches Tool für welche Aufgabe Sie nutzen können, sehen Sie hier:

  1. Ein maßgeschneidertes Marketingportal, über das Partner und Vertriebsmitarbeiter einfach und schnell auf die gewünschten Materialien und Informationen für Ihre Kampagne zugreifen können.
  2. Ein Digital Asset Management-Tool, das sämtliche Inhalte in unterschiedlichen Formaten verwalten kann.
    Ein Web-to-Publish-Tool, das Anwendern dank vorgefertigter Vorlagen/Templates ermöglicht, Content in Eigenregie an ihre lokalen Anforderungen anzupassen.
    Ein Product Information Management (PIM)-Tool für das Übersetzungsmanagement sowie für die Umwandlung der Metriken

Die Akteure in Pulp Fiction hatten recht… „Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen. Ihr wisst, was ich meine: sie haben da drüben die gleichen Dinge, wie wir hier, aber irgendwie doch ein bisschen anders.“

Natürlich auch ein wichtiger Aspekt, den man sich als Marketer zu Herzen nehmen sollte. Denn sonst – ehe man sich versieht – ist man derjenige, der Hamburger Royal mit Käse in Paris verkauft. Und das wäre ein ziemlich großer Unterschied.

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