Warum ein CMO einen Mentor aus einem Start-Up haben sollte

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Ein Unternehmen zu gründen ist einfach. Mit einem Start-Up erfolgreich sein, nicht.

Die bittere, traurige Wahrheit ist, dass 9 von 10 Start-Ups scheitern. Der Grund? Auf dem Umschlag des Bestsellers „Traction: How Any Startup Can Achieve Explosive Customer Growth“ steht: „Die meisten Start-Ups scheitern nicht daran, ein Produkt zu entwickeln. Die meisten Start-Ups scheitern daran, Markttraktion zu entwickeln.“

Es hat sich herausgestellt, dass das digitale Marketing die erfolgsentscheidende Kompetenz eines Start-Ups ist. Das digitale Marketing hat das Marketing endlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Haben wir das nicht schon immer gewollt?

Das ultimative Spielfeld für ambitionierte Marketers

Weil der Wettbewerb unter den Start-Ups erbittert und die Budgets knapp sind, ist die Start-Up-Szene das ultimative Spielfeld für ambitionierte und furchtlose Marketers. Die „Nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen!“-Mentalität führt dazu, dass Experimentieren der natürliche Dauerzustand ist. Das ist unternehmerische Entwicklung auf Steroiden!

Die schlanken Konzepte für Start-Ups wie das „Minimum Viable Product“ (ein Produkt mit minimalen Anforderungen und Eigenschaften) oder das „Fail Fast, Learn Fast“ (Schnell scheitern, schnell lernen) bieten auch Marketers viele neue Erkenntnisse.

Es ist wahr: 90% aller Start-Ups haben keine Zukunft. Aber die 10%, die durchkommen, haben bewiesen, dass sie agil und eifrig sind und Marketing beherrschen. Diese Start-Ups sind es, die es aus der schier endlosen Menge an Wettbewerbern geschafft haben. Sie haben sich durchgebissen und sind willens, ein größeres Stück vom Kuchen einzufordern. Sie haben einen Lauf und sind bereit, den Markt aufzumischen.

Etablierte Firmen haben das durchaus wahrgenommen. Führungskräfte glauben, dass weltweit 4 von 10 der aktuellen Branchenführer die nächsten 5 Jahre nicht überleben werden. Schuld daran hat der digitale Umbruch, ausgelöst von neuen Unternehmen und neuen Geschäftsmodellen. Das Wettbewerbsumfeld für Start-Ups mag zwar hart sein, aber das ist es auch für Branchengrößen. Eine 90%-ige Misserfolgsquote ist enorm, aber eine Quote von 40% ist es ebenfalls. Besonders, wenn die betroffene Gruppe gar nicht ahnt, dass sie in Gefahr ist.

4 Dinge, die Marketers von Start-Ups übernehmen sollten – asap

In unserem Artikel „4 Dinge, die CMOs von Silicon Valley Start-Ups lernen können“ erklären wir 4 Best Practices, die CMOs in ihren Unternehmen anwenden sollten.

  1. Aufbau einer Kultur des schnellen Adaptierens: Aufgrund der sich schnell ändernden Rahmenbedingungen für Unternehmen sollten Marketers in der Lage sein, sich schnell an neue Begebenheiten anzupassen. CMOs müssen in ihre Organisation eine Kultur des Experimentierens hineintragen.
  2. Stufenweise Förderung von Marketing-Experimenten: CMOs sollten wie Start-Up-Investoren agieren. Indem sie ein Portfolio an verschiedenen Experimenten in unterschiedlichen Phasen der Markttraktion verwalten, können sie mittels vernünftiger und stufenweiser Mittelvergabe sicherstellen, dass nur erfolgreiche Experimente in eine weitere Finanzierungsrunde kommen. Marketing-Ideen in der Phase „Seed/Prototyp“ erhalten erst dann weitere Mittel, wenn sie Markttraktion bewiesen haben.
  3. Durchführung vieler kleiner Experimente: CMOs sollten Experimente mit wenig Budget durchführen – davon aber viele. Die Anzahl der Experimente sollte maximal hoch sein, um die Chance, den Hauptgewinn in Sachen Markttraktion zu ziehen, zu erhöhen. Die Experimente, die nicht früh die ersten Anzeichen von einer Markttraktion  – z.B. die Verbreitung in sozialen Netzwerken durch eine Fangemeinde aus Early Adopters – erkennen lassen, sollten nicht weiter verfolgt werden.
  4. Ausrichtung des Teams: CMOs müssen eine Kultur der Geschwindigkeit, des ständigen Experimentierens und der Zusammenarbeit etablieren. Indem sie in mehrtägigen oder mehrwöchigen Sprints arbeiten, sollten Marketers ihre Fortschritte bezüglich des Erreichens der strategischen Ziele regelmäßig zeigen.

Download: Was CMOs von Silicon Valley Start-Ups lernen können

Die „90-10“-Regel der Mittelvergabe für 100% Wirkung

Ein von mir schon immer geschätztes Konzept ist die „90-10“-Regel bezüglich der Marketing-Verantwortung. Im Gespräch mit ROMI-Experten wird stets erwähnt, dass Anstrengungen, das Marketing zu 100% verantwortlich zu machen, eine Marketingorganisation schwächt und das digitale Marketing bremst. So kommt das Experimentieren garantiert zum Erliegen.

Die Verantwortung für nur 10% der Marketing-Aktivitäten zu übernehmen, ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Eine Marketingorganisation, die quantifizierte Ergebnisse zu 90% ihrer Marketing-Aktivität nachweisen kann, leistet hervorragende Arbeit.

Die „90-10“-Regel für das Marketingbudget anzuwenden, bedeutet für das Investment-Portfolio: gebe 10% des gesamten Budgets für Experimente aus, um neue Möglichkeiten der Markttraktion zu entdecken und damit so die 90% des „Nachtragshaushalts“ besser angelegt sind.

Ist der erfolgreiche Start-Up-Gründer der neue Berater für das Corporate Marketing?

CMOs können unschätzbare Lektionen von Start-Ups lernen, die es über die Prototypen-Phase hinaus geschafft haben.

Viele Start-Ups haben einen Berater oder Mentor, der seine Sporen in der Unternehmenswelt verdient hat. Sollte es nicht auch anders herum so sein? Sollten also Unternehmen Mentoren haben, die ihr Start-Up in die „Top-10%“ geführt und überlebt haben?

Um nicht zu den 40% der Branchenführer zu gehören, die Gefahr laufen, unterzugehen: Hören Sie auf die Start-Up-Überlebenden. Sie beherrschen das digitale Marketing in einem Ausmaß, das entscheidend für den künftigen Erfolg des Unternehmens ist.

Stephan Nobs Von Stephan Nobs

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